Im April 1999 hatten junge Meutenführungen auf der Wewelsburg die Möglichkeit, sich unter dem Titel „QuälGeister“auszutauschen und viele Anregungen für ihre weitere Arbeit mitzunehmen.

„Gespehenster, Gespehenster!“

Schrille Schreie, Gespenster, große und kleine, lebendige und ballonartige und diese in allen Lebenslagen, klebrige Spinnweben an den Wänden, Geisterbahnen und Blutlachen irgendwo. Und dazu viel, viel Bewegung. Und immer mitten drin normalerweise mit Meuten von Wölflingen befasste weibliche und männliche Wesen.

„QuälGeister“ war der beziehungsreiche Name des bisher größten Treffens von Wölflingsführerinnen und Wölflingsführern aus den Bünden des Deutschen Pfadfinderverbandes.

Lange hatte man getuschelt und geraunt – nun war es da. In allen Gängen und Stuben, in den Sälen und Gelassen der Wewelsburg, nahe Paderborn in den westfälischen Landen, ging es echt zur Sache.

Rund um die Kleinen – oder ganz einfach die Wölflinge – wurde alles, was für diese Stufe der Pfadfinderbewegung,
für die Mädchen und Jungen von 6 bis 10 Jahren von Bedeutung war, bearbeitet, besprochen, bespielt – kurz vielschichtig bewegt. Sönke aus dem Verband Deutscher Pfadfinder meint dazu ganz begeistert:


„Ich bin hier in der Planungsmannschaft. Bisher habe ich den Eindruck, dass viele Gruppenführer-Innen da sind und dies ein schönes und lustiges Wochenende werden wird. In der Morgenrunde haben wir ein Spiel vorbereitet. Eine Windrose wurde in der Mitte hingelegt und jedeR sollte sich dorthin stellen, wo er von hier aus lebt. Da konnten wir sehr schön erkennen, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Richtungen, aus dem ganzen Bundesgebiet kommen.“


Um 9.00 Uhr im Burghof werden die Gespensterjäger nach dem Zufallsprinzip in Gruppen zusammengestellt.
Ihr Revier ist in der und um die gesamte Burg, auf dem Söller ebenso, wie im Burggraben, in den Kellergewölben oder dem Rittersaal. 28 Aufgaben harren ihrer Lösung, die alle mit Kreativität und „QuälGeister“ in der Burg Geschicklichkeit, mit geistiger und körperlicher Beweglichkeit erarbeitet werden wollen.

Abgewandelte Spielideen für Wölflinge, ganz abgestellt auf das Hauptthema „QuälGeister“ und sämtlich bestens zu verwenden in der Meutenarbeit. Kreativität steht im Vordergrund. Geistertreten, Knoblauchrennen oder Schwarze Gespenster sind Beispiele.

Und immer wieder an allen Orten der Song: „Gespehenster. Gespehenster …“, den sie jedesmal singen müssen, wenn die echten Gespenster mit schrecklichem Geheul und furchterregenden Gesten auftauchen, weil es sonst kein Fortkommen gibt.

„Neue Ideen sammeln, Leute mit den gleichen Aufgaben aus den anderen Bünden kennen zu lernen“ sind für Lutz vom Stamm „Waschbären“ des Deutschen Pfadfinderbundes Mosaik, der dort die Meute macht und zugleich Materialwart ist, entscheidende Punkte. Und am besten gefallen haben ihm die Spiele für draußen, weil da die Kinder in der Meute immer am liebsten mitmachen. Das Ergebnis ist in seinen Augen „einfach super“.

Weitere Themen waren:

  • Ein ‚Seminar' zum Thema Ideenfindung
  • Virtual Wölfis - Sommerlager 2005 nur noch Online ?
  • Neues Jahrtausend - alter Trott ?
  • Wölflinge erleben Natur
  • Sehn(sucht) hat viele Gesichter
  • „Ihhh - Tanzen ist doch nur was für Mädchen"
  • Instrumentenquäler
  • Problemkinder - schwierige Kinder
  • Gespensterbasteln mit Fimo
  • Weingeist - brauen und kochen für Wölflinge
  • Der Wölfling mit dem Messer
  • Sexueller Mißbrauch von Kindern
  • Und immer wieder Lieder-Lieder.

„Es war ein großartiges, fröhliches Treffen der verschiedenen Bünde. Unheimlich viele Ideen wurden entwickelt, sie entstanden fast wie von selbst.“ In Erinnerung bleibt das Fest am Samstagabend, das ganz spontan aus dem Kreis heraus entstand und vor Lebendigkeit förmlich sprühte.

Carola Gassen
DPV Gau Westland