Vor Äonen, in längst vergangener Zeit, in den Tiefen der Vergangenheit da war mal etwas gewesen, was sich Führungsforum rief. Ein Event ganz besonderer Prägung, welches dazu geschaffen war, den Geist zu entspannen und zwar in der Form, dass er, der Geist, sich spannt entlang endloser Punkte. Diese Punkte materialisierten sich in Vorträgen und Diskussionsrunden in solcher Intensität, als dass diese, die Punkte, nicht mehr zu vertreiben waren aus jenen Hirnen, die diesen, den Geist, beherbergten. So vergingen die Jahre und immer wieder erzählten die Menschen jener Tage, von diesen, eben genau diesen jenen Tagen. Nun waren sie alle schon so alt geworden, dass sie merkten, dass das, was ihnen damals so alles erzählt worden war, nun damals von Menschen erzählt worden war, die damals das Alter hatten, welches sie, die Menschen damaliger Tage, heute haben. So machten sie sich auf, es ihnen, den Menschen, die damals was erzählten, gleich zu tun und nun auch so ein Forum der Führerschaft, also ein Führungsforum zu veranstalten. Das Damals fand sich nun in einem Heute wieder und dieses wiederum, jetzt natürlich wieder ein Damals, schrieb sich in ein Jahr ein, welches mit 2004 recht präzise beschrieben wäre. So war es denn dann auch, dass viele der damaligen Augenzeugen es sich nicht nehmen ließen, ihre Vergangenheit in der Form Revue passieren zu lassen und nun auch einen Vortrag zu halten. Aber was hatte es nun im genauen damit auf sich? Diese Vorträge? Diese Diskussionen? Dieses Forum überhaupt? Es war nun keine Schulung, denn zu verschieden waren die Besucherinnen und die Besucher. Sie trafen sich auf der Burg Ludwigstein, dem zu Stein gewordenen Symbol jugendbewegter Leidenschaften um sich in ihrem Wissen und Meinen zu vermengen und schließlich wieder zu trennen in dem Wissen und Meinen, dass sie ein Wissen und eine Meinung hatten, die vielleicht die gleiche geblieben sind, aber nun in einem untrennbaren Verhältnis zu jenen steht, mit denen wir uns im Jahre 2004 auf der Burg Ludwigstein verbunden haben. Oder so: Das Führungsforum bot einen Rahmen der Möglichkeiten. Wir konnten etwas tun oder auch nicht. Wir saßen mit meist fremden Menschen zusammen und erfuhren: die Meinung dieser, jener Fremden und letzten Endes auch die eigene, denn was wüssten wir schon vom eigenen Ich, wenn wir nicht ständig von außen darauf gestoßen würden. So brannte dieses Forum sich wieder, mit jedem dort gesprochenem Wort, in die Erinnerung der Teilnehmer und Teilnehmerinnen ein und fand so schließlich sein Wesen genau in dem, zu dem es jedeR dort machte. Das Forum hatte kein Ziel und kein Wesen, bevor es an einem Freitag begann. Es wurde erst, indem Leute wollten, wussten und meinten. Es war sich quasi selber genug, denn es gab nur durch die teilnehmenden Menschen, die genau deswegen da waren, damit es war. So fand es sein Ende mit dem letzten gesprochenen Wort und es wird immer wieder dann seinen Anfang finden, wenn Damals zu Heute wird und Menschen sich freiwillig treffen um ihre Gedanken miteinander zu verknüpfen, die kein Ziel haben sondern nur das Interesse aneinander. Ich glaube, die Funktion von Führung ist nur dann eine sinnvolle Erfahrung, wenn sie nicht nur funktionell ist und eine Gruppe von einem Moment A zu einem Moment B führt, sondern auch immer auf eine Möglichkeit verweist, die außerhalb liegt. Nicht ich führe euch zu einem Ort, sondern der Ort wird erst erfunden in dem Moment, wo alle auf einmal los gehen und sei es nicht mal in die gleiche Richtung. Vielleicht musste deshalb auch dieser Ort seine Koordinaten auf der Ludwigstein finden ... aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung, mit innerer Wahrhaftigkeit ... So wurde referiert, in Fremdworten und in Alltagssprache, diskutiert, im Streite und im Austausch, gesungen, im Stehen und im Sitzen - es gab nahezu alles in allen Varianten, nur eines gab es nur in einer Ausgabe: den Gaumen in Gold.

Hendrik Pletz (erny)
Deutscher Pfadfinderbund Mosaik