Seinen zwanzigsten Geburtstag nahm der DPV zum Anlaß, eine der ihn tragenden Säulen, die in ihm zusammengeschlossenen Bünde darzustellen. Dabei begnügte man sich nicht etwa damit, an einem einzigen Tag das Jubiläum zu begehen; vielmehr sollte eine lange Kette von Veranstaltungen das Jahr 1990 zum "Jahr des DPV" machen. Ziel dieses Jubiläumsjahres war es, den einzelnen Mitgliedern seiner Bünde den DPV näherzubringen und gleichzeitig ein aussagekräftiges Bild eines vielseitigen und ideenreichen Verbandes in der Galerie der deutschen Pfadfinderbewegung zur Schau zu stellen.
Ein aus Vertretern der einzelnen Bünde zusammengesetzter Aktionsausschuß übernahm die Koordination des Jubiläumsjahres. Ein von ihm herausgegebener und mehrfach ergänzter Katalog diente als Wegweiser durch einen bunten Garten unterschiedlichster Veranstaltungen, von denen hier nur einige beispielhaft erwähnt seien:
Bereits zum Jahreswechsel 1989/1990 begann mit der "DPV-Stafette" in Schleswig-Holstein die Reise eines Jurtenkessels durch die gesamte Bundesrepublik. Als Symbol der Gemeinsamkeit wanderte dieser Feuerkessel, überbracht von Gruppe zu Gruppe, von einem Treffen zum nächsten, um nach einjähriger Rundreise schließlich im Forsthaus Willershausen seinen Platz zu finden.
Die Führerschaft des Verbandes fand gleich zweimal zusammen. Zunächst in kleinerem Kreis, erstmalig auf dem Gebiet der DDR am Fuße der Burg Hanstein, zum "Fest der Führerschaft" und schließlich auf der Freusburg zum "Führungsforum", dem herausragenden Ereignis im "Jahr des DPV 1990".
Zu Pfingsten 1990 trafen sich die Bünde des DPV an verschiedenen Orten zwischen Nord- und Bodensee. Besonders erwähnt sei hier das Treffen der Wölflinge: das Indianerlager "Tenskwatawa" im Brexbachtal. Eine Reihe unterschiedlichster "Jurtentreffen" und sonstiger Veranstaltungen, wie "Schwalmtallauf", "Trail' 90", " Rovermoot" und "Woodbadgekurs" führte Einzelne und Gruppen des DPV im Laufe dieses Jahres immer wieder zusammen. Boten sie doch den Teilnehmern die Möglichkeit, die einzelnen Mitglieder der Bünde und damit den DPV näher kennenzulernen, Erfahrungen, Gedanken aber auch umsetzungsfähige Ideen auszutauschen, um diese später im Zusammenleben der kleinen Gruppe zu verwerten.
Rückblickend kann festgestellt werden, daß es dem DPV anläßlich seines zwanzigjährigen Bestehens mit diesem bunten Reigen unterschiedlichster Veranstaltungen gelungen ist, seine aus dem Ideenreichtum und der Vielfalt seiner Bünde resultierende Leistungsfähigkeit darzustellen. Gleichzeitig ergab sich durch die Vielzahl der Veranstaltungen die Möglichkeit, das nicht immer einfache Verbandsleben aus unterschiedlichsten Blickwinkeln heraus auch einmal kritisch zu betrachten. Das Erkennen einzelner Schwachstellen, aber auch das Herausarbeiten möglicher Stabilisatoren für das zukünftige Zusammenwirken der einzelnen Bünde im DPV, dürfte für den Verband das wertvollste Präsent seines 20. Geburtstages sein. Es ermöglicht eine Überarbeitung und damit eine Weiterentwicklung der bestehenden Strukturen und gewährleistet ein Verbandsleben mit Perspektive.