Ein Jubiläum der Taten 

Zusammen mit ihren Freunden im Deutschen Pfadfinderring und anderen Gruppen der Jugendbewegung haben die Bünde des Deu tschen Pfadfinderverbandes im 75. Jahr des Bestehens der Pfadfinder eine Aktion durchgeführt, die zukunftsbezogen und zugleich pfadfindergemäß allen Menschen dienen wird.

Durch unser Tun und nicht durch große Reden und feierliche Veranstaltungen wollten wir unser Jubiläum begehen. Es ist bekannt, dass das Leben mit der Natur von Anbeginn wesentlicher Inhalt unserer Gruppenarbeit ist und besonders in Lagern und auf Fahrten verwirklicht wird.
Leben mit der Natur — dies vermittelt den Pfadfinderinnen und Pfadfindern ein ausgeprägtes Verhältnis zu Tieren und Pflanzen, zu unserer Umwelt also, und führt zu Einsichten in die Zusammenhänge des Lebens und zur Ehrfurcht vor dem Werk Gottes.
Unter der Überschrift "Pfadfinder pflanzen und pflegen — Bäume sind Freunde — Lebensraum für Mensch und Baum" haben nach langen Vorbereitungen viele tausend Mädchen und Jungen am Tag des Schutzpatrons der Pfadfinder, St. Georg, damit begonnen, eine bedeutende Anzahl von Bäumen und Sträuchern anzupflanzen — sogar zusammen mit dem Bundespräsidenten in Bonn.
Und was noch bedeutsamer ist, sie belassen es nicht bei einer einmaligen, kurzfristigen und unverbindlichen Aktion. Die Jungen und Mädchen entwickeln zu den von ihnen gesetzten Pflanzen ein Verhältnis, indem sie diese so lange betreuen, bis sie angewachsen sind und selbständig weiterleben können.
 
Hansdieter
 

Ein besonderer Baum?

Ansprache - Karl Carstens und HDW

Die grösste Besonderheit dieses Amberbaumes liegt wohl darin, dass er wie kein anderer die Beachtung der Medien findet und so auf seine Artgenossen, die in den nächsten Tagen vielerorts gepflanzt werden, aufmerksam macht. Bäume sind der Grund, warum wir, eine "kleine verlorene Schar von Globetrottern", Monheimern und ein aufgekratzter Hansdieter, hier auf der Treppe der Villa Hammerschmidt stehen. Aus Anlass des Pfadfindertages mit dem Motto "Pfadfinder pflanzen und pflegen" sind wir in den Garten der Villa geladen, um mit dem Bundespräsidenten Dr. Karl Carstens einen Baum zu pflanzen.Im Garten des Bundespräsidenten
So ganz allein sind wir aber nicht. Um uns herum stehen Reporter und Fotografen, die uns ins rechte Licht dirigieren. Heute abend werden wir uns sogar im Fernsehen sehen und hören können. Wir sind nämlich nicht nur zum Pflanzen, sondern auch zum Singen gekommen. Das Lied von der Blauen Blume klingt sehr gut, und es passt auch, handelt es doch vom Wandern. Und das ist es, was wir mit dem Bundespräsidenten gemeinsam haben: die Freude am Wandern. Danach geht es dann hinunter in den Garten, wo der Baum schon bereitliegt. Jeder von der Abordnung des DPV und natürlich der Bundespräsident helfen mit, den Baum in Mutter Erde zu pflanzen.
Mittlerweile hat es auch aufgehört zu regnen. Wir können noch ein Lied singen, wobei wir mit Schrecken feststellen, dass sich die Instrumente durch das feuchte Wetter wieder verstimmt haben. Aber wir lächeln trotzdem freundlich in die Kamera, und ich glaube, es fällt doch nicht so sehr auf.
Meike liest eine Geschichte vor, in der ein weiser Alter und ein Baum im Mittelpunkt stehen. Und dann geht der Bundespräsident zurück in die Villa.
Er bedankt sich noch einmal bei uns, und ich habe den Eindruck, es hat ihm wirklich gefallen. Er macht überhaupt einen sehr sympathischen Eindruck und wirkt wie ein ganz normaler Bürger — nur dass er eben Bundespräsident ist. Wir fahren stolz nach Hause und freuen uns darauf, noch einmal wiederkommen zu dürfen, um "unseren" Baum richtig zu pflegen. Ausserdem bin ich gespannt, wie es aussieht, wenn Professor Carstens bei seiner nächsten Wanderung das blaue Pfadfinder-Halstuch trägt, das Hansdieter ihm geschenkt hat.