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Rotenburger Seminar 2010: Weltklimakonferent in Mexico City PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Tobias Pink   

Logo_KlimaEs ist Samstag, der 09.01.2010, 9:00 Uhr Ortszeit in Mexico City. Der Hohe Vorsitzende der Klimakonferenz eröffnet mit einer Rede die zweitägigen Verhandlungen der Vertragsstaaten (G8 = Industriestaaten, Schwellenländer & Entwicklungsländer) und nichtstaatlichen Organisationen (Bauernverband, Industrieverband, Öko-Forum & Kirche). Den Teilnehmern stehen zähe Vorverhandlungen und eine kurze Nacht ins Gesicht geschrieben. Die Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 war für alle Seiten eine Enttäuschung, sodass wir endlich handeln müssen. Unsere Welt braucht uns!

 

 


US-Präsident Barack Obama kommt zu Beginn zu Wort – ebenso Chinas Staatspräsident und Ex-US-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore. Nach lautstarken Protesten seitens der Umweltverbände nimmt die Konferenz ihre Arbeit auf. Die Geschäftsordnung wird von der Konferenzleitung vorgestellt. Gastgeber Mexico stellt einen Vertragsentwurf vor, den aber für alle Seiten inakzeptabel halten.

Zunächst können alle Gruppen in Workshops (thematische Fachausschüsse) zu Energiegewinnung und -effizenz, Emissionshandel, Ernährung, und globaler Klimagerechtigkeit ihre Positionen schärfen. Dann beginnt die heiße Phase, die sogenannte Lobbyarbeit. Wie schaffen wir es nur, dass sich alle einigen? Denn am Ende müssen alle Teilnehmer dem neuen Vertrag zustimmen. Nach weiteren formalen Verhandlungen, Plenarsitzungen endet der Abend mit einem kulturellen Ereignis – die „Pfadfinder“ haben in eine „Jurte“ eingeladen. Apropos Kultur: Nicht nur die regelmäßigen BBBC News bereichern die Konferenz, sondern auch Tanzeinlagen. Um ein besseres Klima der Verständigung zu erreichen, schlagen die Schwellenländer einen Tanz für alle vor, dem sich nur die G8 verweigern.

Die Gespräche und Verhandlungen, Berechnungen und Gebete dauern bis spät in die Nacht. Am nächsten Morgen kommen die G8 mit einem Kompromissvorschlag, der plötzlich auf alle Seiten eingeht – ist das der Durchbruch? Nach weiteren Verhandlungen und Diskussionen kommt es nun zur Abstimmung, ein historischer Moment: Einstimmig wird am 10.01.2010 um 12:00 Uhr der Vertrag von Mexico City verabschiedet. Darin haben sich die Parteien auf folgende Eckpunkte geeinigt:

·       Reduktion des weltweiten Treibhausgasausstoßes um 70% gegenüber 1990.

·       Schrittweise Einführung eines Emissionshandels auf Basis einer Kopfpauschale von 2 t CO2 pro Jahr bis 2050.

·       Ausbau des „Kopenhagen Green Climate Fund“ und Zahlungen der Industriestaaten von fast 2,5 Billionen US-$ bis 2020.

·    Förderung von lokalen Kleinbauern und Verpflichtung zu ressourcen- und vor allem  „tierärmerer“ Lebensmittelproduktion.

·       Gründung einer internationalen Umweltorganisation, um die erste Vertragsüberprüfung 2015 sicherzustellen. Ratifizierung bis Ende 2012.

Ein großer Durchbruch, der ohne großes Entgegenkommen aller Seiten unmöglich gewesen wäre. Die Nachrichten verbreiteten sich schnell über den ganzen Globus und unsere Welt scheint gerettet!

 

Die Bilder vom Wochenende - bitte hier klicken.

 

Die Abschlußerklärung lautet wie folgt:

Abschlusserklrung_Rotenburg-3

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 08. März 2010 um 20:01 Uhr
 
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