Wasgonia, 1992
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- Erstellt am Sonntag, 21. Dezember 2008 16:09
Liselottes Bund der Fürstentümer
Die Uhr wird exakt 300 Jahre zurückgedreht
Ähnlich wie beim Historischen Zug 1982 wird für Wasgonia ein geschichtlicher Bezug gewählt. Wir befinden uns in der Zeit von Ludwig XIV., am Ende des 17. Jahrhunderts:
"Noch immer erschüttern kriegerische Auseinandersetzungen die Region. Die ehemals mächtigen Fürstentümer sind zerschlagen, Volksstämme und Dorfgemeinschaften haben sich in die Wälder zurückgezogen. Armut und Elend kennzeichnen das Leben der Menschen.
Nur eine neue, dauerhafte Ordnung kann die Lebensumstände verbessern. Die Herzogin von Orléans, genannt Liselotte von der Pfalz, bis dato im Schatten des Sonnenkönigs lebend, ergreift ihre historische Chance: In festgelegten Grenzen sollen ein Dutzend ehrenhafter und mutiger Frauen und Männer stabile Fürstentümer schaffen. Eingebettet in einen Völkerbund sollen die Fürstentümer Raum für die Entwicklung von Frieden, Recht und freien Handel schaffen.
Bis dahin ist es ein weiter Weg, das weiss Liselotte. Und weil nur ein gewisser Entwicklungsstand der Völker die Dauerhaftigkeit eines solchen Bundes garantieren kann, sollen den neu entstandenen Fürstentümern Aufgaben gestellt werden, die ihre wirtschaftliche, handwerkliche, kulturelle und moralische Entwicklung stärken. Jeder einzelne soll erkennen, zu welchen Leistungen Menschen auch in Friedenszeiten fähig sind...
Eine neue Form im Zeichen der Zwölf
Die Geburt der Fürstentümer ...
Unter der Federführung ihrer Fürstinnen und Fürsten stellen die 12 Stammesführungsgruppen in den folgenden 9 Monaten, jede für sich, einen Staat auf die Beine. Entgegen dem absolutistischen Weltbild werden Arbeitsteilungen und Kommunikationsverfahren ausgetüftelt und Expertengruppen für verschiedene Disziplinen gebildet. Barock inspiriert entstehen wunderschöne Kostüme und anspruchsvolle musische Darbietungen, bis hin zu einer eigenen Verfassung für das jeweilige Fürstentum.
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Liselottes Plan geht auf ...
aus. Fieberhaft sind alle bemüht, die gestellten Aufgaben zu erfüllen. An den Grenzen der Fürstentümer treffen sich kleine Gruppen auf Handelsplätzen. Allerorten zeigen Gaukler ihre Künste, Zünfte ihre Handwerke, und preisen Händler ihre Waren. In erleseneren barocken Zirkeln wird letzte Hand an die Verfassung gelegt, und das Ohr vernimmt feine zeitgenössische Weisen aus den Zelten. Zwischen all diesem bunten Treiben kutschiert Liselotte mit ihrem Hofstaat umher, sorgt für Massenaufläufe und lässt sich huldigen. Doch scharf und kritisch beobachtet sie das Gedeihen ihres Plans, muss sie doch ein Geheimtreffen der Schwarzen Sonne an diesem Abend stillschweigend dulden.Auf einen langen Tag, der für viele auch mit der Nacht noch nicht enden mochte, folgt der Sonntag, an dem nachmittags die ersten bunten Scharen von ihren Fürstensitzen zum TRIONFO aufbrechen. Lange, farbenfrohe Züge ziehen am frühen Abend unter dem Dahner Felsenschloss am Hofstaat vorbei und begrüssen Liselotte.

Das Zeichen von Wasgonia, eine grosse, bunt leuchtende Sonne mit 12 Strahlen — jeder Strahl von einem der Fürstentümer gefertigt — ist vollständig, als Liselotte von der Pfalz den neu geschaffenen Völkerbund ausruft. Grund genug, ein riesiges Fest bis spät in die Nacht zu feiern. Umgehend nach der Völkerbundgründung wurde eine 80 m lange und 2 Zentner schwere Leberwurst "vernichtet": Ein fleißiger und ehrgeiziger Dahner Metzgermeister löste auf dem Weg ins Guiness-Buch alle unsere Verpflegungsprobleme!
Alles Wurst oder was?
Wesentliche Ideen wie: dezentrale Lager, ökologisches Konzept "Stämme treffen Stämme... Das A&O des DPV", die Landschaft, das Lagerzeichen und ein Controleur général (der in seiner überzeugend barockkölschen Art die notwendige organisatorische Gigantomanie dem Volke nahebrachte), wurden überdurchschnittlich bewertet.
Wasgonia hat der "Persönlichkeit" DPV mindestens einen Spiegel vorgehalten, in dem sie ihre Facetten deutlich erkennen und sich über viele ihrer Bedürfnisse klar werden konnte — einige zum ersten Mal ausleben durfte. Fürstinnen und Fürsten, Mannschaft und Gastgeber, vorneweg der Chef des Fremdenverkehrsamtes, taten ihr Bestes, um Wasgonia zu dem Erlebnis werden zu lassen, welches wir uns gewünscht hatten. Unser Verband und die Menschen darin haben wieder einmal mehr demonstriert, was möglich ist, wo sich die Grenzen des Machbaren abzeichnen und, dass uns grosse Herausforderungen — von Zeit zu Zeit — vielfältige Gelegenheiten bieten, zusammen weiter zu kommen.

